Sommerzeit für die Bergrettung

Der Sommer ist in vollem Gange und wir werden gerade sehr oft zu Unfällen alarmiert oder darüber informiert.

Wir müssen auch dafür sorgen, dass wir regelmäßig trainieren, um für all unsere Herausforderungen gut vorbereitet zu sein. Letztens waren wir an der Martinswand und haben eine Einsatzübung geplant. Kaum hatte die Übung begonnen, wurden wir auch schon zu einem Einsatz auf der Nordkette alarmiert.

Drei junge Ungarn (18 Jahre alt) waren auf der Nordkette unterwegs. Sie hatten kein wirkliches Ziel und streiften auf den steilen, felsdurchsetzten Hängen herum. Sie kamen immer mehr vom Weg ab, als plötzlich das Unglück passierte. Einer der jungen Wanderer stürzte über 100 Meter ab. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Der Notarzt des C1 konnte leider nur noch den Tod feststellen. Die Leiche wurde mit dem Hubschrauber ins Tal gebracht, die beiden Freunde mit dem NAH zur Klosterwiese beim Sanatorium Kettenbrücke. Dort wurden sie von einem Team der Bergrettung Innsbruck empfangen. Gleichzeitig wurde auch das KIT hinzugezogen.

Am nächsten Tag bat uns der Vater eines der Freunde des Verunglückten, ob wir nicht noch das Handy seines Sohnes bergen könnten. Darauf sind alle Erinnerungen von seinem besten Freund drauf. Normalerweise sind das nicht die Aufgaben der Bergrettung, aber aufgrund dieses sehr emotionalen Ereignisses konnten wir diesen Wunsch noch erfüllen. Ein Bergretter unserer Ortsstelle war an diesem Tag mit dem Mountainbike auf der Seegrube. Er wanderte weiter zur Unglücksstelle und konnte diese mithilfe der Koordinaten des Handys weit oberhalb finden. Wir brachten das Gerät in unsere Ortsstelle. Am nächsten Morgen konnte der Vater das Handy und die Kopfhörer seines Sohnes abholen.

Wir konnten in dieser sehr traurigen Zeit doch noch etwas Gutes tun, auch wenn es den jungen Wanderer leider nicht mehr ins Leben zurückbringt. Wir wünschen der Familie viel Kraft in dieser schweren Zeit. (bb)

error: Content is protected !! copyright