Nach einem eher ruhigen Frühjahr hat das schöne und dann heiße Wetter zu zahlreichen Einsätzen der Bergrettung Innsbruck geführt. Im Mai waren noch 10 Alarmierungen, im Juni derzeit schon 15. Neben Standardeinsätzen wie der Versorgungen von Mountainbikern und Downhillern und teils längeren Sucheinsätzen kam es am 23. Juni zu einem mittlerweile eher seltenen Einsatz. Zwei junge Freunde wollten vom Hafele Kar die Runde über den Goetheweg, die Pfeishütte und die Alte Sag wieder zum Kar machen. Sie verschätzten sich in der Länge und dem körperlichen Anspruch, vor allem bei der Hitze gerade. Durch einen Stolpersturz verletzte sich einer von beiden noch zusätzlich am Sprunggelenk. Anfangs humpelte er noch weiter aber im Mannltal war dann klar, dass die verbliebenen gut 600 Höhenmeter Aufstieg nichtmehr zu schaffen sind und sie setzten einen Notruf ab. Hubschrauber wollten sie aber auch keinen. Somit fuhren wir die weite Strecke von Innsbruck ins Karwendel hinein, stiegen zu beiden auf, versorgten den Verletzten und nützten dann die Gebirgstrage.
Dank der Vielzahl an Notarzthubschraubern in Tirol und dadurch, dass der Polizeihubschrauber für Unverletztenbergungen zur Verfügung steht, sind Gebirgstrageneinsätze und so lange Anfahrtswege tagsüber eine Seltenheit geworden. Nachts sind sie aber noch Standard. Also war der Einsatz für uns eine willkommene Gebirgstragenübung bei Tageslicht und nach 97 km Fahrstrecke und 400 Höhenmetern Auf- und Abstieg waren wir alle wieder heil in Innsbruck. (HAS)

