Die Location hätte nicht eindrucksvoller sein können: auf der Seegrubenspitze, hoch über Innsbruck und mit einem beeindruckenden Ausblick auf das Karwendel.
Eine kleine, schlagkräftige Einsatztruppe fuhr mit der ersten Gondel auf das Hafelekar und wanderte weiter bis zum Einstieg des Innsbrucker Klettersteigs. Dort wurde zunächst ein Materialdepot eingerichtet und anschließend das Übungsszenario besprochen.
Das Szenario: Ein Kletterer an der Seegrubenspitze ist gestürzt und hat sich am Sprunggelenk verletzt. Er kann selbst nicht mehr weiterklettern und auch nicht mehr abseilen. Für die Mannschaft war der Auftrag klar: Den Kletterer aus der Wand bergen, am Wandfuß medizinisch versorgen und den Patienten liegend zur Scharte hochbringen.
Die Übung begann und alle Kräfte wurden vom Einsatzleiter eingeteilt. Niemand hatte nichts zu tun – und so konnte der Kletterer, der übrigens unser stellvertretender Ausbildungsleiter war, rasch aus der Kletterroute geborgen werden.
Die Mannschaft an der Gebirgstrage hatte bereits alles vorbereitet. Zwei weitere Retter seilten sich samt Gebirgstrage zur verletzten Person ab. Während der gesamten Aktion wurde besonders auf möglichen Steinschlag geachtet, der buchstäblich hinter jedem Stein lauern konnte.
Beim Patienten angekommen, wurde dieser medizinisch versorgt und für den Abtransport vorbereitet. Nun kam der schweißtreibende Teil: Die Mannschaft am Stand des Bergesystems musste den Patienten nach oben ziehen. Jetzt waren alle Bergretterinnen und Bergretter gefragt, die gerade freie Hände hatten. So dauerte es auch nicht lange, bis der Patient die Scharte erreicht hatte, von wo aus der Weg zurück zur Bahn führte.
Damit war die Übung beendet. In einer angemessenen Zeit konnte ein Kletterer aus einer senkrechten Wand geborgen, medizinisch versorgt, nach oben transportiert und zur Bahn gebracht werden. Alle Teilnehmer waren beschäftigt und es kam zu keinen gefährlichen Situationen.
So konnten wir mit einem Lächeln wieder zurück zur Hafelekarstube gehen, um dort die Übung bei einem Kaffee nachzubesprechen.
Vielen Dank an alle Teilnehmer, dass sie sich an diesem herrlichen Tag die Zeit genommen haben. Ein herzliches Dankeschön gilt auch den Nordkettenbahnen, die uns eine freie Berg- und Talfahrt ermöglicht haben.
Vergelt’s Gott! (bb)



