Lawinenübung und schwerer Holzerunfall

Am 08.02.25 fand unsere alljährliche Lawinenübung in Zusammenarbeit mit dem Lawinenzug der Feuerwehr Innsbruck statt.

Die größte Herausforderung war heuer, einen geeigneten Platz zu finden, wo auch genügend Schnee liegt, um die Einsatzübung so realistisch wie möglich zu gestalten. Letztendlich mussten wir auf das Rangger Köpfl ausweichen, da am Patscherkofel Föhnsturm angesagt war und auf der Nordkette zu wenig Schnee lag ;-).

Im Vorfeld bekamen wir noch eine Anfrage von Tirol TV, die uns gerne bei einer Übung begleiten und einen Beitrag darüber machen würden. Dem sind wir gerne nachgekommen, aber das hat das Ganze für uns noch ein bisschen aufwendiger gemacht. Vielen Dank im Voraus an das Team von Tirol TV für die angenehme und gute Zusammenarbeit.

Am Vormittag wurden in verschiedenen Stationen die Anforderungen bei einem Lawinenunfall erarbeitet und in Kleingruppen geübt. Die Stationen umfassten die Themen Sondierkette, Akja-Fahren, Patientenversorgung, LVS Suche, Schaufeln und Recco Suche. Bei Unklarheiten konnte direkt bei den Ausbildern nachgefragt und an der eigenen Technik gefeilt werden. Während die Bergretter:innen und Feuerwehrler:innen gut beschäftigt waren, konnte das Tirol TV Team seine geplanten Filmaufnahmen und Interviews erledigen.

Mittags wurde dann der Hauptteil vorbereitet und die Mannschaft versammelte sich, um auf den Übungsalarm zu warten und endlich das Gelernte anzuwenden. Zuerst wurde noch ein Einsatzleiter plus EL-Ass eingeteilt und nun war man bereit für die Einsatzübung. Der Probealarm erfolgte über die Leitstelle Tirol und landete wie gewohnt auf unserer Alarm-App. Die Mannschaften mussten ein Stück aufsteigen, um zum Lawinenkegel zu gelangen. 7 Verschüttete mussten im steilen Wald und kniehohen Schnee gesucht und geborgen werden. Eifrig waren die Hundeführer mit ihren Hunden und die LVS-Sucher im Einsatz. Für schwer zu findende Personen mussten Sondierketten gebildet werden. Alle Aufgaben konnten von den Teams zur Zufriedenheit des Einsatzleiters und unseres Ausbildungsleiters gelöst werden. Nachdem alle „Patienten“ versorgt und abtransportiert waren, traf man sich am Ausgangspunkt zur Nachbesprechung. Zufrieden und doch etwas müde verließen wir den Berg, um uns wieder an der Talstation zu treffen.

An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich bei den Rangger Köpfl Bergbahnen und dem Lawinenzug der Feuerwehren Innsbrucks für ihre Unterstützung bedanken!

Gerade als wir mit unseren Einsatzfahrzeugen auf dem Weg zur Talstation waren, wurden wir zu einem Forstunfall in der Nähe von Itzlranggen alarmiert und so wurde aus einer gemütlichen Rückfahrt von der Übung plötzlich eine dringende Anfahrt zu einem Einsatz, wo der gemeldete Patient nicht mehr ansprechbar war – thats Mountain Rescue life!

Wir waren schnell vor Ort und konnten den bereits eingetroffenen Notarzt des C1 unterstützen. Der verunfallte Holzfäller befand sich leider in einem sehr kritischen Zustand und forderte die Einsatzkräfte inklusive Notarzt, um sein Leben zu retten. Alle Einsatzkräfte vor Ort arbeiteten konzentriert Hand in Hand und wie ein Uhrwerk. Notarztteam, Rettung, Polizei und Bergrettung setzten alles daran, den Verunglückten am Leben zu erhalten. Alle Vorbereitungen wurden getroffen, um den Patienten so schnell wie möglich zum Hubschrauber zu bringen, um ihn dann in die Klinik zu fliegen. Es ging um Minuten und die Situation war angespannt… schließlich konnte der Patient mit der Heli-Trage zum Hubschrauber gebracht und ohne Zeitverlust in die Klinik nach Innsbruck geflogen werden. Die Stimmung im Team war zu diesem Zeitpunkt sehr nachdenklich, aber trotzdem hoffnungsvoll.

Nun wollten wir nicht einfach nach Hause fahren und den Tag so abrupt enden lassen. Nein, wir fuhren noch gemeinsam auf die Branger Alm nach Unterperfuss, um noch das eine oder andere in Ruhe zu besprechen. Ein großes Dankeschön an ALLE, die hier so intensiv und professionell mitgeholfen haben. Wir hoffen auf baldige positive Nachrichten vom Patienten und sind in Gedanken bei seiner Genesung! (bb)

 

Medien zur Übung:

Tirol TV
https://www.tiroltoday.at/beitrag/lawinenuebung-der-bergrettung-innsbruck-sicher-im-ernstfall-handeln

 

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